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Wo bin ich?

Seit letzten Sommer reiften die Pläne, in diesen Sommerferien mit zwei 420ern nach Fehmarn zu reisen um dort zu segeln. Recht schnell musste eine Unterkunft für vier Personen gebucht werden (was gar nicht so leicht war), fündig wurden wir am Wulfener Hals mit einer Ferienwohnung, die zum dortigen Camping und Golf-Ressort gehört. Parallel haben wir mal nachgeschaut, welchen Segelclub wir denn um Hilfe bitten könnten und wurden bei der Burger Segler Vereinigung per Email vorstellig. Deren 1.Vorsitzende Jürgen Kölln hat uns schnell und freundlich geantwortet.

Die beiden Segelteams sind Carolin Stannarius und Tim Weishaupt im ‚Peleus‘ sowie Michael Klöppinger und Christian Wilhelm im ‚Asterix‘

Am Ende der Ferienspiele haben wir dann unsere Boote auf den Trailer verstaut und am Samstag, den 08. Juli ging es dann um 04:00 im Club los!! Um diese Uhrzeit war auf der Autobahn nicht viel los und so zuckelten wir mit Tempo 80 gen Norden. Rund um Hamburg wurde es dann ein wenig voller und recht viel Polizei war zu sehen, da war gerade G20-Gipfel im Hamburg. Und schwupps waren wir dann bei der wunderbaren Fehmarnsund-Brücke und schon auf der Insel, um uns mit Doppelstocktrailer bis nach Burgstaaken durch zu wühlen (dort war auch noch Hafenfest), kein leichtes Unterfangen bei dem vielen Kopfsteinpflaster. Bei Baltic-Kölln im Hof geparkt, denn Jürgen Kölln sollte im Laden sein. War er nicht, aber nach dem Telefonat mit ihm war klar, dass wir das Gelände der Burger Segler Vereinigung in Burgtiefe einfach so nutzen können, ebenso die direkt dort liegende Slipbahn. Mit allen Segelkameraden, die wir dort antrafen hatten wir tollen Kontakt. Da unser Clubkamerad Ingo mit seiner ‚Miranda‘ ebenfalls in Burgtiefe lag, hatten wir uns schon den Code für die sanitären Anlagen besorgt, ebenso hat uns Ingo eine Parkschein beim Hafenmeister organisiert. So umsorgt konnten wir gegen 15:00 die Boote vom Trailer nehmen und denselbigen auf dem Parkplatz verbringen. Weiter ging‘s zur Unterkunft. Erst zur Rezeption, Schlüssel holen und ab in die Wohnung, alles ausladen, dann wieder zurück in nach Burg zum einkaufen und noch ins ‚Cafe Sorgenfrei‘ nach Burgtiefe wo wir entspannt der Sonne beim untergehen zusahen.

Am nächsten Morgen (Sonntag) schlafen wir ersteinmal etwas aus und frühstücken im Garten. Blauer Himmel, Sonnenschein 2-3 bft. Aber noch vor 12:00 sind wir wieder in Burgtiefe, Boote aufriggen, startklar werden, umziehen (Neoprenanzug ist schon pflicht) und ab ins Wasser. Die ersten Erkundungsschläge machen wir in der Hafeneinfahrt aber dann zieht es uns auch schon raus in Richtung Tonne Burg21/Burgtiefe2, wo wir abbiegen, um der Seeschifffahrtsstrasse folgend auf die Ostsee zu segeln. Dort war ich bisher nur mit mindestens 32Füssen unterwegs, aber Seeschiffahrtsstrasse mit einem 420er ist echt eine andere Liga! Weit aus dem Tonnenstrich trauen wir uns auch nicht heraus, denn laut Karte ist es da nur 1,5-1m tief. Bei Tonne 3 verlassen wir dann die Piste und segeln eher halbwinds bei 2 bft parallel zum Strand hin und her. Nach geraumer Zeit und ein paar kurzen Schwätzchen mit der ‚Peleus‘ fahren wir wieder in den Hafen zurück.

Am nächsten Montag sind wir früher im Hafen, wollen wiederum entlang des Strandes segeln, kommen aber aufgrund des schwachen Windes nicht richtig raus, drehen in Höhe des Cafe Sorgenfrei um und segeln (mit einer kleinen Mittagspause am Steg) bis Nachmittags im Hafen Burgtiefe, wo ein stetiger 2er Wind herrscht. Danach haben wir uns ersteinmal ein paarEisbecher gegönnt!

Dienstag war dann nass, leider von oben. Auch ein Besuch am Strand war eher feucht.Daher haben wir eine Familienkarte zum Eintritt des DgzRS-Museum in Burgtiefe gekauft und waren so eine gute Stunde im Trockenen, gleich nebenan haben wir dann Mittagspause im Fehmarner Fischgeschäft gemacht. Dann einkaufen, nach Hause und Mittagsschlaf/ Essen kochen und abends ein paar Runden Uno und Siedler spielen.

Der Wetterbericht für Mittwoch liess nichts Gutes verhoffen, wenig Wind, bischen Niesel. Leider hatte er auch recht. Wir haben dann kurzerhand den Nordteil der Insel erkundet und sind so bis zum Niobe-Denkmal am Fehmarn-Belt gekommen. Gegen Abend liess der Nieselregen nach und wir haben einen schönen Spaziergang von unserem Feriendomizil an den Fehmarn-Sund gemacht.

Dann der Donnerstag! Hui!! Blauer Himmel, fliegende Wolkenfetzen (und ich immer noch Muskelkater in den Oberschenkeln…). Ab in den Hafen, von dort zu Fuss an den Strand: 5-6 bft aus West, direkt den Strand entlang, locker 1/2m Welle. Im Hafenbecken auch gute 5bft, aber natürlich weniger Welle. Das Peleus-Team will das mal ausprobieren. Und so ballern Caro und Tim mit ihrem Sportgerät durch‘s Hafenbecken, sonst ist nicht viel los. Selbst die Dickschiffer machen lieber Hafentag. Ein Schlag löst den anderen ab, Tim steht nur noch im Trapez oder taucht unterm Baum durch und dann passiert es doch: die beiden kentern; leider steckt auch der Mast, denn soo tief ist es da nicht.

Hier ein kurzes Kapitel zum Thema Seemannschaft: keine 2 Bootslängen neben der Kenterstelle liegt eine Segelyacht am Aussensteg. 4 Personen im Cockpit. Trinken Kaffee. Gucken zu. Bis ich vom Kopf des einen Steges zum Kopf des anderen gelaufen bin, dauert es etwas. Auf meine Frage, ob er denn mal eine Leine zum werfen habe, fängt er halbherzig an, seine Backskiste zu öffnen, ein paar Leinen zu nehmen und mir dann eine Rolle 6mm Schwimmschnur zu offerieren. Sonst hätte er nix, was lang genug sei. Ich lehne ab und konzentriere mich wieder auf die Peleus Besatzung.

Die beiden bugsieren das Boot so, dass es sich aufrichten kann und Tim kann mir die Vorleine zuwerfen (ich sitze derweil rittlings auf dem äussersten Ausleger des Steges). Sichtlich erschöpft klettern die beiden zurück ins Boot und schaffen es segelnd zurück an den Steg. Michael und ich schicken die beiden erstmal unter die heisse Dusche und bauen ihr Boot ab. Kurz danach treffen wir die Brüder Moers mit ihren Damen, die mit der EsperanzaII im Hafen liegen. Dann gehen wir Sandwich und Kuchen essen!

Dann folgt ein wunderbarer Freitag. Der Wind hat sich beruhigt, die Sonne scheint und beide 420er schaffen es zum Abschluss noch einmal, den Südstrand entlang zu segeln. Herrlich! Zum Mittagssnack geht‘s zurück an den Steg, Caro und Tim fahren nochmals raus auf die Ostsee. Michael kann ich überreden, nur noch im Hafen zu segeln (ich bin schliesslich keine dreissig mehr :-) ) und so fangen wir dann später als erstes Team an, das Boot komplett wieder zu zerlegen und reisefertig zu machen. Als wir fertig sind, kommen auch Caro und Tim und auch Peleus wird auf den Hänger verbracht. Ein bischen wehmütig lassen wir den Abend beim Italiener in Burg ausklingen.

Danke an Ingo für dieses Bild!

Am folgenden Samstag heisst es dann aufbrechen. Die Ferienwohnung noch schnell in Ordnung gebracht, Schlüssel wieder abgeben, Hänger im Hafen holen und gute 700km mit Tempo 80 nach Hause fahren. Hat alles gut geklappt. Gut gebräunt, entspannt und etwas müde kommen wir wieder im Segelclub an.

Alles in allem eine erlebnisreiche Reise, viel Spass, Sportsgeist und viele tolle Augenblicke als Crew und als Segler.

Christian Wilhelm

Vielen Dank an die Burger Segler Vereinigung für die Unterstützung!