Filmtipp: Nicht jede Behinderung ist sichtbar
NDR Sportclub-Reportage von Juliane Möcklinghoff
Kathrin Marchand war zweifache Olympia-Teilnehmerin im Rudern und stand am Beginn ihrer Karriere als Ärztin. Vor vier Jahren veränderte ein Schlaganfall alles. Jede Bewegung musste neu erlernt werden, vieles funktioniert bis heute nicht wie vorher.
Doch Marchand kämpfte sich zurück – über den Sport, der ihr Struktur, Fitness und mentale Stärke gibt. Ihr Ziel: als erste deutsche Athletin sowohl an Olympischen als auch an Paralympischen Spielen im Sommer wie im Winter teilzunehmen. Vom Ruderboot auf die Langlaufski – auf dem Weg zur Qualifikation für Milano Cortina 2026.
Es geht ihr nicht um den Rekord, sondern um den Weg. Und um eine noch offene Rechnung: die olympische Medaille.
Danke an Kathrin Marchand und Juliane Möcklinghoff für diese bewegende Reportage.
Film in der NDR Mediathek: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/sportclub/neustart-nach-schlaganfall,sportclub-116.html
Heinz Kettler Deutschland Cup 2026
Der Heinz Kettler Deutschland Cup geht 2026 in die vierte Saison. Die inklusive Regattaserie bringt Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam auf das Wasser – nicht in getrennten Klassen, sondern in denselben Booten und derselben Regatta. Gesegelt wird auf gestellten RS Venture Connect Booten.
1. Spieltag: Hamburg, 14.–15. Mai 2026
Austragungsort ist der Hamburger Segel-Club (HSC) auf der Alster. Nach dem Finale im Oktober 2025 ist der HSC nun auch Gastgeber des 1. Spieltages 2026. Die ursprüngliche Planung am Möhnesee war und ist aufgrund von deutlich zu wenig Wasser in der Talsperre nicht möglich. Danke an den Hamburger Segel-Club und alle Beteiligten für die großartige Unterstützung.
Der geplante Ablauf:
- Donnerstag, 14. Mai: Start gegen 10:00 / 10:30 Uhr, Segeln bis ca. 18:00 Uhr – danach laden wir Crews und Helfer*innen wie gewohnt zum Regattaessen ein
- Freitag, 15. Mai: Siegerehrung gegen 16:30 / 17:00 Uhr
Eine neue NOR werden wir zeitnah hochladen.
Meldung: www.manage2sail.com/de-DE/event/HKDC20261n
2. Spieltag: Sassnitz, 18.–20. August 2026
im Rahmen des SailGP Sassnitz
Nach der historischen Premiere 2025, bei der erstmals weltweit eine inklusive Regatta in das SailGP integriert wurde, geht der Heinz Kettler Deutschland Cup in Sassnitz in die zweite Runde – erneut gemeinsam mit dem Germany SailGP Team und dem Land Mecklenburg-Vorpommern.
Meldung: manage2sail.com/lt-LT/event/HKDC20262
3. Spieltag / Finale: Royal Yacht Club Warche, Belgien, 19.–20. September 2026
Erstmals wird der Heinz Kettler Deutschland Cup international ausgetragen. Das Saisonfinale beim Royal Yacht Club Warche (RYCW) in Belgien unterstreicht die europäische Dimension und das Wachstumspotenzial der Serie.
Meldung: manage2sail.com/careers/event/HKDC20263
Para- und Inklusionssport in Deutschland: Wo stehen wir?
Aktuelle Daten zeigen, wie weit Deutschland von einer gleichberechtigten Teilhabe am Sport für Menschen mit Behinderung entfernt ist:
Sportbeteiligung
- Über 13 Millionen Menschen in Deutschland leben mit einer Beeinträchtigung, rund 8 Millionen davon mit einer Schwerbehinderung.
- 55 % der Menschen mit Behinderung treiben keinen Sport (gegenüber 28–32 % ohne Behinderung).
- Bei Menschen mit geistiger Behinderung liegt die regelmäßige Sportbeteiligung bei nur 8 %.
- Der Anteil sportlich Inaktiver hat sich verschlechtert: 2017 lag er noch bei 46 %, aktuell bei 55 %.
Vereinsangebote und Infrastruktur
- Nur 7 % der rund 87.000–90.000 Sportvereine bieten Angebote für Menschen mit Behinderung an.
- Der Organisationsgrad von Menschen mit Behinderung im Sport liegt bei 2,4 % (Gesamtbevölkerung: 9,6 %).
- Nur 4 % der öffentlichen Sport- und Freizeitflächen sind inklusiv gestaltet.
- Der Sanierungsstau bei Sportstätten in Deutschland beträgt geschätzte 31 Milliarden Euro.
Quelle: Dritter Teilhabebericht der Bundesregierung, Deutscher Behindertensportverband (DBS), Aktion Mensch, Süddeutsche Zeitung.
Gemeinsam sichtbar – gemeinsam wirksam
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Sehr viele Menschen mit Behinderungen haben kaum Zugang zu regelmäßigem Sport und Bewegung. Lasst uns gemeinsam mehr tun – unser Netzwerk nutzen, um auf diese Situation aufmerksam zu machen, mit unseren Organisationen selbst Vorbild sein und natürlich weiter den inklusiven Segelsport ausbauen.
Inklusion und Teilhabe brauchen Sichtbarkeit, um etwas zu verändern.
Mit sportlichen Grüßen
Euer Wir sind Wir Inclusion in Sailing Team


